Veröffentlicht in Filzen

Tür-/Wandkranz mit der Nadel filzen

Erst mal muss man eine Idee für das Motiv haben. Ich glaub, mir ist was ganz hübsches eingefallen, aber was genau das wird, erfahrt Ihr erst im Laufe des Beitrages.

 

Ich brauche für diesen Kranz:

Einen Styropor Ring Durchmesser (außen) 29 cm,

Filzwolle in den Farben Weiß, Blau und Grün (letztere in verschiedenen Tönen)

 

 

Ich werde einen Bereich mit Himmel und einen Bereich mit Wasser anlegen.

Als erste Schicht beim Himmel nehme ich die weiße Wolle und beim Wasser die dunkel blaue Wolle.

 

Für Kränze sollte man die Kammzug-Wolle verwenden. Das Material wird nicht nur aufgelegt, sondern komplett um den Kranz herum gewickelt.

 

Ihr nehmt dann also den Wollstrang und zieht ihn ein wenig auseinander. Dann sucht Ihr euch einen Anfang, wickelt einmal drum herum und dann wird erst mal mit der Nadel fixiert. Danach wieder auseinanderziehen, bis zum Ende des Bereiches wickeln und am Schluss noch mal fixieren.

 

Das verbraucht viel Wolle; da brauchen wir uns nix vormachen und sollten für die Grundfarben ruhig einen 100 g Beutel kaufen.

 

Ist der Bereich aufgelegt heißt es erst mal: stechen … stechen … stechen !!!

 

Hm … jetzt hatte ich doch geschrieben, nehmt Kammzug Wolle.

Wollte ich jetzt beim Himmel auch tun … hatte aber nur die andere in weiß!

Ja gut … bevor ich jetzt los gehe und Kammzug kaufe, probiere ich einfach mal  kardiert und kreuzgelegt (da bekommt man immer nur Büschelweise Wolle abgezupft).

Und was soll ich sagen … sieht viel besser aus für einen Himmel … richtig fluffig 🙂

 

 

Also Büschel auflegen, stechen … noch ein Büschel, wieder stechen … bis die Fläche vorne gefüllt ist. Aber nicht so fest zustechen, sonst geht das wolkige verloren.

Da es scheinbar auch gut hält, werde ich die Fläche hinten erst mal aussparen.

 

 

 

Um jetzt ein bisschen Leben in die Farben zu bringen, kommt auf die dunkelblaue Fläche etwas hellblaue Wolle und auf die weiße Fläche noch hellere blaue Wolle.

Und nun musste ich doch noch los gehen und ganz hellblaue Wolle kaufen. Gab es leider nur mit 4 anderen Blautönen zusammen … ist aber das perfekte Hellblau !!!

 

 

So … nun kann der Kranz erst mal an die Seite gelegt werden und man begibt sich an das, was daran befestigt wird.

 

Ich habe mir für meinen neuen Kranz überlegt, eine Seerose als Zubehörteil, zum Aufstecken auf den Wasserbereich, anzufertigen.

Und wenn ich eine Idee habe, dann suche ich als erstes immer Bilder davon im Internet (gibt es ja reichlich), um die Dinge ganz einfach vor Augen zu haben.

Angefangen habe ich mit dem Seerosenblatt:

 

 

Ich habe hierfür ein Gewebe zur Hilfe genommen und zunächst einmal die Blattform mit Bleistift aufgezeichnet und ausgeschnitten.

 

 

Danach habe ich eine dunkel grüne Wolle und darauf noch einen anderen Grünton aufgelegt. Dies wird dann erst mal mit der Nadel gefestigt.

 

 

Wenn die Fasern sich dann ausreichend verbunden haben, wird das ganze umgedreht und von der anderen Seite noch mal das Gleiche gemacht.

 

 

Um den Rand sauber hinzubekommen lassen wir ein paar Fransen überstehen, die dann auf die andere Seite gezogen und fest gestochen werden.

 

Die Unterseite des Seerosenblattes muss nicht so perfekt sein, da man es am Kranz hauptsächlich von oben sieht.

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Als nächstes habe ich die Blüte gemacht.

 

 

Ich habe mir aus Draht eine Blütenform gebogen, ein wenig weiße Wolle auf die Unterlage, die Form darauf gelegt und erst mal mit der Nadel innerhalb der Form fixiert.

 

Die Menge Wolle auf dem ersten Foto war eindeutig zu viel, die Hälfte hat dann auch schon gereicht. Das ganze wird dann zwei bis drei mal gewendet und der Vorgang wiederholt.

Abschließend kann man die Form klar erkennen und schneidet den Rand sauber ab.

 

 

Meine Seerose sollte 8 Blätter haben. Eine echte hat zwar noch viel mehr, aber ich denke 8 reichen aus, um diese zu erkennen. Also den obigen Vorgang acht mal wiederholen.

Danach werden die einzelnen Blütenblätter miteinander verbunden, indem sie überlappend aufgelegt und gestochen werden.

 

 

Um die Blütenform besser hinzubekommen habe ich die Blätter anschließend über einen Nadelgriff gestülpt und noch mal vorsichtig gestochen.

 

 

Jetzt fehlt nur noch das Gelb im Inneren der Blüte. Dazu habe ich zwei Gelbtöne verwendet. Diese werden zwischen den Fingern leicht zur Kugel geformt und dann mit der Nadel in die Blüte gestochen.

 

 

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Diese Teile kann man dann schon mal am Kranz mit Stecknadeln fixieren, um zu sehen, wie es ausschaut 😉

 

 

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So Ihr Lieben … und was fehlt jetzt noch ???????? GENAU !!!!!

 

nee nee nee …. hat irgendwer gesagt, ein Frosch ist einfach !?!

Das hier war mein erster …………………………… und mein letzter

 

 

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Hier ein paar Bilder zum Werdegang, aber ohne weitere Worte …

Der war soooo hässlich zwischendurch, dass ich alles hinwerfen wollte …

 


Hier noch ein paar Motivbeispiele von den Kränzen, mit denen ich das Filzen angefangen habe:

 

 

 

 

 

 

 

 

Und wenn das ein Anfänger hin bekommt, könnt Ihr das auch

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3 Kommentare zu „Tür-/Wandkranz mit der Nadel filzen

  1. Na der ist ja mal putzig! Definitiv im Endresultat sehr niedlich anzusehen, der Frosch. Mir gefällt aber auch allgemein deine Idee, eine kleine Szene oder eine Art Bild in einem Kranz darzustellen (wie schon bei deinen anderen Kränzen). Und diese Idee von Himmel und Wasser auf diese Weise einzubinden, wirklich klasse.

    Was machst du mit den Kränzen? Bei dir daheim aufhängen oder verschenken? Finde deine Anleitung auf jeden Fall sehr ausführlich und gut bebildert. Musste ich glatt bei Pinterest pinnen 🙂

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    1. Danke 🙂 (freu … mein erster Kommentar) …. aufhängen, verschenken … sowohl als auch 😉 … habe aber auch schon versucht hier und dort einen zu verkaufen. Klappt aber nicht so gut. Jetzt habe ich mir vorgenommen, nächstes Jahr mal auf einen Kreativmarkt zu gehen und bis dahin noch reichlich zusammen zu basteln.

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      1. Klappt aber nicht so gut.
        Ja, kann ich mir vorstellen. Ich meine, weil das Angebot mittlerweile doch recht groß ist – zumindest wenn ich mich bei etsy oder DaWanda so umschaue. Allerdings werden da auch Sachen angeboten, die entweder wirklich schrecklich aussehen (und das auch objektiv betrachtet) oder die Leute verlange unmögliche Preise, die selbst dann zu hoch sind, wenn man den nicht mit dem Taschenrechner berechenbaren Arbeitsaufwand mit hinzunimmt. Das sind dann durchaus auch Leute, die sich aber beschweren, wenn andere gleiche Artikel zu niedrigeren (nicht billigen) Preisen anbieten, weil das ja den Preis drücken würde. Schwieriges Thema, der Verkauf eigener Handarbeiten. Ich nehme an, Geduld ist dabei eine unabdingbare Fähigkeit, die man besitzen muss und die ich definitiv nicht besitze 🙂

        Kreativmarkt hört sich aber auch gut an. Tatalja hatte auch schonmal davon gesprochen. Der Vorteil ist, daß die Leute sich direkt von der Qualität der Sachen überzeugen können und sie nicht nur auf gut gestellten Bildern sehen (weiß ja selbst von mir, daß ich gern mal den ein oder anderen Fehler beim Photographieren meiner Bastelei „vertusche“ haha

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