Veröffentlicht in Filzen

Nass-filzen / Anleitung, noch eine Handytasche

Das Nass-Filzen hatte ich auch mal ausprobiert; aber irgendwie ist das nicht “meine” Technik.

Da man die gleiche Wolle wie beim Trocken-Filzen verwenden kann und ich davon ja immer genug im Haus habe, wollte ich es nicht unversucht lassen.
Als Versuchsstück ist so eine kleine Handytasche geradezu optimal, da man nicht viel Wolle benötig. Und wenn der Versuch dann scheitert, hat man minimal Geld verschwendet (so meine Überlegungen).

Hier zunächst erst mal das Resultat:

Falls man das nicht erkennen kann: dies soll eine Erdbeere darstellen 😉

Der Klettverschluss hat sich nicht wirklich bewährt; da wäre ein Druckknopf aus Kunststoff vermutlich vorteilhafter.

Von den Fertigungsschritten hab ich leider keine Bilder gemacht; aber anhand eines anderen Etuis kann ich es auch deutlich machen (welches mein 2. Nass-Filzen-Objekt war):

Man nehme eine Noppenfolie, die eine Breite vom Umfang des Objektes hat, das hinein passen soll (man muss die Kanten also hinzu rechnen) und bei der Höhe habe ich noch eine Lasche zum Umklappen dazugerechnet; durch das Einfilzen der Folie entsteht dann der Hohlraum im Objekt:

Dann legt man Wolle aus, die in etwa, von der Größe her, der Folie entspricht und sprüht diese mit einer warmen Seifenlauge ein:

Legt die Folie darauf und noch mal eine Lage Wolle oben drüber (welche ebenfalls wieder eingesprüht wird):

Dann wird das Ganze mit einer großen Noppenfolie eingepackt und eine ganze Weile gerieben/geknetet (leicht kreisende Bewegungen; glaube in der Fachsprache heißt es gewalkt):

Noch mal Wolle drauf, einsprühen und reiben ……. Umdrehen, Kanten glätten ……

Wieder Wolle drauf; wieder einsprühen; wieder reiben ……

… also wer denkt, das geht mal eben und schnell, der täuscht sich gewaltig 😀 ……
Schließlich wird das Werk komplett in Folie eingerollt und noch mal tüchtig durchgeknetet:

Zum Trocknen packt man am besten das Objekt (in einer Folie, wenn gegen Feuchtigkeit empfindlich) in die Tasche:

Nun ja; dieses Objekt hat mir so überhaupt nicht gefallen; vermutlich ist es gründlich misslungen, da mir diese Technik einfach nicht liegt.

Ich denke aber doch, dass die Bilder hilfreich sein können, wenn man es mal ausprobieren möchte (Nassfilz-Profis schlagen wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammen bei dieser “Anleitung” :D).

P.S.: Bei der Erdbeere hatte ich mir mehr Mühe gegeben, da es ein Geschenk werden sollte

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3 Kommentare zu „Nass-filzen / Anleitung, noch eine Handytasche

  1. Ok, mehere Sachen fallen mir ein. Hoffentlich bekomme ich die geistig so früh am Morgen schon geordnet 😉 :

    Ich finde man erkennt, daß das eine Erdbeere sein soll. Definitiv!

    Coole Anleitung, gerade wenn ich bedenke, daß das Nassfilzen nicht so dein Ding ist. Aber sag mal, ist am Ende des Walkens die Folie nicht platt, weil all die kleinen Bläschen geplatzt sind? Und diese Seifenlauge, ist das fertige oder stellst du die vorher selbst her? Wenn ja, in welchem Mischverhältnis. Oder ist das wurscht? Nassfilzen steht definitiv auf meiner To-Do-Liste, allerdings um Vorfilz herzustellen, wo ich doch so gerne mit Filzplatten arbeite, dabie aber immer sehr auf die Qualität und vorgegebenen Farben des Filzes in den Geschäften angewiesen bin. Vor langer Zeit hatte ich da mal eine Anleitung gefunden, bin nur noch nicht dazu gekommen, das dann auch mal auszuprobieren.

    Bei deiner grünen Tasche (die ich jetzt nicht wirklich misslungen finde, vielleicht die Klappenform der Erdbeere besser gefällt), fällt mir ein, daß wir vor langer Zeit mal über ein Zigarettenschachteletui gesprochen hatten – mit Feuerzeughalterung oder sowas. Ich erinnere mich nur noch ganz dunkel. Ist aus dieser/deiner Idee was geworden? Als Raucher interessiert mich das ja immer ganz brennend lol

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    1. Die Folie hat eigentlich keine tiefere Bedeutung und wenn ein paar Blasen platzen macht das nichts. Sie dient im Grunde nur der Hohlraumgestaltung und sorgt dafür, dass die Hände etwas geschont werden und der Untergrund nicht völlig durchnässt.
      Bei der Lauge nehme ich etwas Wollwaschmittel (ohne spezielles Mischungsverhältnis; halbe Kappe oder so). Aber auch hier kannst Du nehmen, was gerade da ist (z.B. auch Flüssigseife zum Händewaschen oder sogar Spülmittel).

      Ich glaub über die Anleitung bin ich auch schon mal „gestolpert“ aber ich glaube nicht, dass ich das so hinbekommen würde, da ich immer sehr „geizig“ mit der Wolle bin (weil die so teuer ist) 😀

      Die grüne Tasche ist ein erster Versuch eines Zigarettenschachtel-Etuis gewesen und es paßt tatsächlich eine Ziggi-Shachtel rein 😉 Ein Fach für ein Feuerzeug wollte ich noch hinterher filzen … aber mich hat die Lust zum nassfilzen dann ganz schnell wieder verlassen, so dass ich dieses Objekt höchstens noch mit einer anderen Technik herstellen werde 😉 ….. Das einzige, was ich gelegentlich noch nass filze, ist ein Mantel/Umhüllung für Seife (hast Du vllt. auch schon mal irgendwo gesehen)

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  2. Ja, hab mir schon sagen lassen, daß Nassfilzen auch ein gutes Training für die Armmuskulatur sein soll lol Dazu scheint es mir eine doch recht monotone Arbeit zu sein.

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